Wartest Du noch oder schraubst Du schon? – Wenn Elche Bestände managen…

Finn003 BlogFinn ist stolz auf sein feines Fell. Er mag es gar nicht, wenn es feucht, fleckig und verdreckt wirkt. Daher vermied Finn es auch, zum Ikea zu gehen und bestellte sein Regal online. Freudig vernahm er den Liefertermin in fünf Tagen und gab seine Kreditkartendaten für die Zahlung an.

Nach nur einem Tag wurde Finns Vorfreude auf das schwedische Paket massiv gestört: Berichtet wurde von einer Lieferstörung durch den Hersteller und einer Verzögerung von 2 Kalenderwochen.

Da wurde Finn neugierig – und er dachte über Logistik nach:

Fünf Tage Lieferfrist implizieren für Finn eine Verfügbarkeit ab Lager oder eine vom Hersteller bereits avisierte Lieferung ans Logistikzentrum. „Da kann an sich nichts mehr schiefgehen“, resümierte Finn, „von Streiks der Spediteure einmal abgesehen.“

Also schaute Finn am nächsten Tag noch einmal im IKEA-Online-Shop nach. Er packte das identische Regal in seinen Warenkorb und bekam einen Liefertermin nur fünf Tage nach dem ihm ursprünglich errechneten Termin – aber immerhin noch eine Kalenderwoche früher als der Termin, der bei der Verschiebung angekündigt wurde.

Finn fühlte sich als Kunde zweiter Klasse und fragte den Customer Service nach dem Grund. Er bekam keine Antwort von IKEA.

„Die Elche haben ihre Bestände nicht im Griff“, fasste Finn die Situation für sich zusammen, „keiner weiß, welche Mengen im Lager für welchen Vertriebskanal vorgesehen oder reserviert sind.“ – „So kann man keinen kundenfreundlichen Vertrieb über mehrere Kanäle machen“, pflichtete Finn auch sein Flusspferdfreund Ferdi bei, der eigentlich ein Sympathisant der nordischen Paarhufer war.

Finn und Ferdi sahen sich die Bestellung noch genauer an – und erschraken: Die Kreditkarte war schon mit der Zahlung belastet worden. „Nicht nur reserviert sondern schon abgebucht! Das ist frech, wenn man Bestände managed wie ein Elch“, ereiferte sich Finn. Und er beschloss, die Bestellung umgehend zu widerrufen.

Nun wartet Finn auf sein Geld und eine Erklärung, warum man mit so schlechtem Bestandsmanagement oder so schlechten IT-Lösungen wirklich glaubt, einer der ganz großen Online-Händler werden zu können. Noch hat sich kein Elch bei Finn gemeldet.

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