Kann man Schafen vertrauen?

Finn der Fuchs kauft immer häufiger Produkte im Internet. Wenn er etwas benötigt, gibt er den Begriff in eine Suchmaschine ein und schon werden ihm Shops angezeigt.
Aber nicht nur Shop-Seiten liefert die Suchmaschine – es gibt auch Seiten, die Finn beim Einkauf unterstützen: Dort findet er Produktempfehlungen, Erläuterungen zu Fachbegriffen und viele Dinge, die ihm helfen, den Weg zu dem für ihn passenden Produkt zu finden. Und immer sind auch gleich die passenden Links zu den Shops dabei.

Schaf am Wegesrand

Für Finn sind diese Seiten das, was in seiner echten Welt Wegrand-Schafe sind… Wegrand-Schafe kommen durch das Kurzhalten der Weiden in ihrer Gegend rum und kennen sich aus. Wann immer Finn unterwegs ist, wo er selbst nicht gut Bescheid weiß, fragt er diese Schafe um Rat. Sie geben bereitwillig Auskunft und führen Finn schnell zum Ziel.

Bis vor kurzem vertraute Finn den Schafen – und diesen Internetseiten – blind. Dann aber wurde sein grenzenloses Vertrauen erschüttert. Und das kam so:

Finn war in ihm unbekannten Gebiet unterwegs, als er auf einmal großen Appetit auf ein Eis bekam. Kurzerhand fragte er ein an einer Weggabelung grasendes Schaf, wo denn die nächste Eisdiele sei. „Nimm hier den rechten Weg.“, blökte das Schaf hilfsbereit, „Er führt dich direkt zur nächsten Eisdiele“. Finn machte sich auf den Weg. Er lief und lief und lief… Als er nach 2 Stunden endlich erschöpft die Eisdiele erreicht hatte, traf er dort einen älteren Dachs, der sich ebenfalls mit einem Eis erfrischte. Ihm erzählte Finn von seinem langen Marsch. „Aber warum hast du denn nicht den linken Weg genommen“, fragt der Dachs? „Dort wärst du schon nach 20 Minuten zu einer echt guten Eisdiele gekommen.“ Finn war enttäuscht davon, dass der Rat des Schafs offenbar falsch gewesen war. „Naja, vielleicht kannte das Schaf, das ich gefragt habe, diese andere Eisdiele nicht…“, erklärte Finn die Fehlinformation sich selbst und dem Dachs. Der aber horchte auf:.. „Ach, hast du den Tipp etwa von dem SCHWARZEN Schaf, das an der Wegbiegung grast?“. „Ja,“ wunderte sich Finn, „wie kannst du das wissen?“. „Nun ja“, sagt der Dachs,“der Besitzer dieser Eisdiele hier ist ein guter Freund des schwarzen Schafs. Und für jeden Kunden, den es hierher in diese Einöde schickt, bekommt das Schaf eine Kugel Eis.“

Da war Finn baff. „Kann man den immer so hilfsbereiten Schafen denn nicht vertrauen?“, fragte er. „Und wie ist es dann mit den „Wegrand-Schafen“ im Internet?“ „Auch da gibt es solche und solche…“, wusste der Dachs zu berichten. „Manche sind wirklich unabhängig und helfen dir nach bestem Wissen weiter. Andere lassen sich von den Shops bezahlen, in die sie dich lotsen. Sie bekommen ihr Geld entweder in dem Moment, in dem du den Shop besuchst oder manchmal auch erst, wenn du etwas kaufst. Ihr Rat muss deshalb nicht schlecht sein – kann aber.“ Finn bedankte sich bei dem Dachs für die Erklärung und zog seiner Wege.

Den Glauben an die guten Wegrandschafe hat Finn durch das Ereignis nicht verloren. Aber vorsichtiger ist er schon geworden. Und bei wichtigen Entscheidungen fragt er lieber nach einer zweiten Meinung.

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