Email-Newsletter – Darf man das?

Bei seinen Streifzügen durch die fabelhafte Welt des eCommerce traf der vorsichtige Fuchs Finn auf eine graue Brieftaube. Da diese Taube recht verzagt aussah, erkundigte sich Finn nach ihrem Wohlbefinden.

Fuchs Finn und die Brieftaube„Ach…,“ klagte die Taube, „alles hat sich verändert… Früher habe ich Werbepost ausgeflogen und in Briefkästen gesteckt. Da war ich immer unterwegs. Aber heute geht ja alles über´s Internet…“  – „Du hast Newsletter noch selbst in Briefkästen gesteckt?“, fragte Finn ungläubig.

„Richtig, das habe ich gemacht.“, antwortete die Taube stolz. „Aber natürlich nur, wenn auf dem Briefkasten nicht ‚keine Werbung‘ stand. Für manche hatte ich aber auch gar keine Werbebriefe dabei – die hatten sich auf der sogenannten „Robinson-Liste“ eintragen lassen und bekamen deshalb überhaupt keine gedruckte Werbepost.“ – „Spannend, das hört sich an wie ein Spam-Filter.“, erwiderte Finn.

„Ja, ja, Spam, wenn das mal alles so einfach wäre.“, seufzte die Taube, „Alle Online-Shops versenden ihre Werbung heutzutage per Email…“ – „Das ist doch super, liebe Taube,,“ warf Finn vorlaut ein. „So kannst Du Deine ganze Arbeit zu Hause am Computer erledigen.“

„Das ist aber viel, viel schwieriger, weil ich soviel überlegen muss.“, erläuterte die Taube ihr Problem. „Grundsätzlich darf ich nämlich nur dann eine Mail an einen Empfänger rausschicken, wenn der dem zugestimmt hat. Das muss ich ganz genau prüfen – sonst gibt es Ärger. Nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb gilt nämlich nicht gewünschte Email-Werbung meist als unzumutbare Belästigung.“ „Öm,“ überlegte Finn, „aber wie kann ich einem Shop denn meine Zustimmung geben, damit du mir dessen Werbung schicken kannst?“

Jetzt war die Taube in ihrem Element: „In der Sprache des Permission-Marketings sagt man zu deinem Einverständnis auch ‚Opt-In‘. Faktisch brauchst du nur deine Email-Adresse in einem Eingabeformular auf der Website des Shops zu erfassen und das Häkchen bei ‚Ich möchte Werbung bekommen.‘ zu setzen. Aber…“ – „Aber was?“, wollte Finn wissen. – „So kann ich nie beweisen, dass wirklich du selbst die Email-Adresse eingegeben hast. Deshalb wird es komplizierter. Ich brauche nämlich ein ‚Double-Opt-In‘.“ Und weil Finn fragend dreinschaute, erklärte die Taube weiter: „Nach deinem Eintrag auf der Shop-Seite sende ich dir an deine Email-Adresse eine Mail mit einem Bestätigungslink. Erst wenn du den Link angeklickt hast, bekommst du Emails mit Werbung gesendet. Dann kann ich nämlich sicher sein, dass du den Newsletter auch bekommen möchtest.“

„Ah, das ist pfiffig.“, sagte Finn. „Und auch für den Interessenten praktisch. Dann kann er sich vor dem Klicken auf den Bestätigungslink noch einmal überlegen, ob er die Emails wirklich will.“ – „Ja, beim Double-Opt-In verliert der Shop einige Abonnenten schon vor der ersten Zusendung des Newsletters“, bestätigte die Taube.

Und wieder hatte Finn etwas Wichtiges aus der fabelhaften Welt des eCommerce gelernt. Aber als er sich von der Taube verabschiedete, fiel ihm noch etwas ein: „Ach Taube, eine Frage hätte ich noch! Warum bekomme ich von manchen Shops Newsletter, obwohl ich nie einen angefordert habe?“. – „Das ist eine kleine, aber für die Shop-Betreiber feine Lücke“, gurrte die Taube wissend. „Shop-Betreiber dürfen ihren Kunden Produkte anbieten, die denen ähneln, die sie schon im Shop gekauft haben. So mailt dir möglicherweise dein Verkäufer von Tintenpatronen, dass er gerade besonders günstige Exemplare für deinen Drucker im Angebot hat. Wenn du das nicht möchtest, musst du dem Händler eine Mail schicken.“

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