Karl-Heinz der Crawler

Der freundliche Fuchs Finn hatte gehört, dass es sehr hilfreich sein kann, wenn die eigene Website im Internet gut gefunden werden kann. Er hatte verstanden, dass es Suchmaschinen gibt, mit deren Hilfe Internet-Nutzer Antworten auf Suchanfragen bekamen.

Karl-Heinz der Crawler erklärt SuchmaschinenoptimierungNicht verstanden hatte er, warum manche Shops auf der ersten Seite zu finden waren und andere erst auf Seite 26. Eine weise Eule hatte ihm die drei Buchstaben S, E und O zugeflüstert und ihm verraten, dass sie die Abkürzung für Search Engine Optimization sind – zu deutsch „Suchmaschinenoptimierung“. Die Eule hatte Finn auch gesagt, dass es sehr hilfreich wäre, eine Suchmaschine zu verstehen, wenn man seine Website oder seinen Shop dafür optimieren wollte.

Das hatte Finn eingesehen und sich auf die Suche nach einem Tier gemacht, das für eine Suchmaschine arbeitete. Gefunden hatte er Karl-Heinz. Karl-Heinz war eine vielarmigeSpinne mit einer hässlichen Lesebrille.

„Ich würde gerne verstehen, was du für die Suchmaschine arbeitest“, so sprach Finn die Spinne an, „und auch ein bisschen lernen, wie die Suchmaschine insgesamt funktioniert.“ Karl-Heinz war begeistert, dass man sich für seine Arbeit interessierte und er rückte sich die Lesebrille zurecht.

„Ich bin ein Crawler und lese ganz viel im Internet für eine große Suchmaschine“, stellte Karl-Heinz seine Aufgabe klar. Finn verstand noch nicht viel. Wie sollte es ein wichtiger Job sein zu lesen?

„Woher weißt du denn, was du im Internet lesen sollst?“, fragte Finn ganz vorsichtig. „Oh ja, das ist eine spannende Sache“, antwortete Karl-Heinz. „Es kommen immer neue Seiten hinzu. Die werden entweder bei der Suchmaschine angemeldet oder ich finde sie, weil auf anderen Seiten ein Verweis darauf ist.“

„Und natürlich“, fuhr Karl-Heinz fort, „lese ich auch ganz oft die gleichen Seiten, um zu schauen, ob sich dort etwas verändert hat.“ „Dann weißt du ja sicher ganz viel“, freute sich Finn. Die Spinne druckste ein wenig herum, gab sich dann aber doch einen Schubs, um Finn die Frage ehrlich zu beantworten.

„Nun ja, ich muss immer ganz schnell lesen“, beschrieb Karl-Heinz die Aufgabe des Crawlers. „Da verstehe ich viele Dinge nicht. Genau genommen, darf ich mir die schönen bunten Bilder gar nicht anschauen, sondern nur deren Namen“.

Finn war überrascht und fragte vorsichtig weiter: „Aber was siehst du mit Deiner Brille denn dann von einer Website?“ – „Ich sehe alle Texte und dazu ganz viel technische Informationen, wie Verweise auf andere Seiten, Beschreibungen zu Bildern und Verweisen. Außerdem noch sogenannte Meta-Information, die ein Internet-Nutzer gar nicht sieht, und Formatierungsinformationen wie Überschriften in 6 Ebenen!“.

Das beeindruckte Finn: „Wenn du so viele Dinge siehst, die ich nicht sehe, dann ist es sicher nur gerecht, dass ich als Internet-Nutzer die Bilder sehe und du nicht, oder? Aber was machst du mit all´ den vielen Dinge, die du liest?“

„Ich sortiere sie gut weg!“, erläuterte Karl-Heinz. „Ich lege ganz viele kleine Karteikarten an. Auf die schreibe ich drauf, was ich gesehen habe. Zum Beispiel ein Wort zu einer Seite im Internet. Da schreibe ich auf, wo das Wort genannt wurde – im Titel, in Überschriften und natürlich wie oft es vorkam. Und manchmal krame ich die alten Karteikarten wieder heraus, wenn ich auf einer anderen Seite lese und dort einen Verweis auf die Seite finde. Das schreibe ich dann auch auf die Karte und dazu, wie wichtig die Seite ist, die darauf verweist.“

Finn war begeistert als er die vielen Karteikarten sah. Und neugierig war er weiterhin, so dass er nach der Verwendung der Karten fragte. „Die Karten werden von meinen Kollegen bei der Suchmaschine nach einem hochgeheimen Algorithmus in eine Reihenfolge gebracht. Dieses ist genau die Reihenfolge, in der die Websites als Antwort auf eine Suchanfrage angezeigt werden.“

„Oh, dann hast du mit dem Geheimnis der Suchmaschine gar nichts zu tun?“, rutschte es Finn heraus. „Doch, ganz viel“, entgegnete Karl-Heinz, „denn nichts kommt auf eine Karteikarte, das ich nicht gelesen habe. Und eine Deiner Aufgaben – lieber Finn – ist es, bei der Suchmaschinenoptimierung alle wichtigen Informationen, unter denen du Deine Seite gefunden haben möchtest, so in die Web-Seite zu schreiben, dass ich sie perfekt lesen und genau richtig auf die Karteikarten schreiben kann.“ Finn lächelte, denn er verstand immer mehr. „Aber ärgere mich nicht!“, warnte der spinnenartige Crawler Karl-Heinz, „Schreib nur Dinge auf, die wirklich sinnvoll sind, und schreibe nicht zu viel. Das verwirrt mich nur. Wenn du immer klar und präzise bist, ist es für mich am einfachsten und das Ergebnis meiner Arbeit ist für uns alle zum Wohle.“

Im ersten Schritt war das genug Information für Finn. Er bedankte sich bei Karl-Heinz und nahm sich vor, seine Website für Karl-Heinz zu optimieren. Dafür wollte er an viele Dinge denken, die Karl-Heinz ihm anvertraut hatte. Um sie nicht zu vergessen sprach er sie auf dem Nachhauseweg immer vor sich her: „Überschriften, Meta-Informationen, Seitentitel, Beschreibungen zu Links, Beschreibungen zu Bildern, Links auf die eigene Seite, die Seite bei der Suchmaschine anmelden…“

Veröffentlicht in Begriffe (Technik und Prozesse), Kundengewinnung und Marketing Getagged mit: , , , ,