Tracking-ID

Das gelbe Kamel bringt die PaketeFinn bestellte häufig im Internet und wartete dann sehnsüchtig auf die Päckchen und Pakete, die ein stets freundliches Kamel ihm direkt an seinen Bau lieferte. Er versuchte immer abzuschätzen, wann die Lieferung wohl kam, denn er wollte dann zu Hause sein, um sie in Empfang zu nehmen. Oft war das gar nicht einfach, weil er keinen Anhaltspunkt hatte, wann die Lieferung versendet wurde und wie lange die Sendung unterwegs sein würde. Wenn der Versand als Paket erfolgte, schickten manche Händler Finn eine E-Mail mit der ‚Tracking-ID‘ des Pakets. Finn freute das sehr, denn er konnte diese Tracking-ID auf der Internetseite des Transportunternehmens eingeben und so sehen, wo das Paket ungefähr war. Auch für seine jüngste Bestellung hatte Finn eine Tracking-ID erhalten und gab sie voller Vorfreude ein. Aber dann der Schock: Das Programm sagte ihm, dass keine Lieferung mit dieser Tracking-ID bekannt sei. Finn war ganz außer sich. Wie konnte das sein? Was war mit seiner Bestellung passiert? Gerade als er bei dem Händler anrufen und sich beschweren wollte, sah Finn das Kamel mit vielen Paketen herankommen.

„Hallo Finn“, sagte es, „ich habe zwei Pakete für dich dabei.“ Ganz so wie gewohnt, suchte das Kamel die Pakete heraus, scannte ihre Barcodes mit einem Gerät ein und bat Finn, auf dem Gerät zu unterschreiben. Als das erledigt war, erzählte Finn dem Kamel von der nicht bekannten Tracking-ID. „Das ist leider kein Einzelfall, lieber Finn“, antwortete das Kamel. – „Was? Handelt es sich bei dem Shop-Betreiber etwa um einen Betrüger?“, rief Finn alarmiert. – „Nein, nein“, beruhigte ihn das Kamel. Du wirst sehen – dein Paket wird ankommen. Und die Tracking-ID ist auch richtig – nur das Timing des Händlers stimmt nicht.“ Es war Finn deutlich anzusehen, dass er das nicht verstanden hatte. Deshalb erklärte das Kamel genauer: „Viele Händler generieren in ihrer Versandhandelssoftware die eindeutige Tracking-ID. Zu diesem Zeitpunkt kennt das Transportunternehmen – zum Beispiel meins – diese Nummer noch nicht. Wenn der Händler dem Kunden dann die ID schon mitteilt und dieser über unsere Website nachschaut, findet das System das Paket nicht. Würde der Händler die Tracking-IDs erst dem Transportunternehmen und dann – nachdem wir die Daten aufgenommen haben – den Kunden mitteilen, wäre so ein Missverständnis leicht zu vermeiden.“

Jetzt war Finn schon wieder guter Dinge, weil er doch noch auf sein Paket hoffen konnte. Aber ihn hatte auch die Neugierde gepackt, so dass er nachfragte: „Könntest du mir noch ein bisschen genauer erklären, wie das mit der Tracking-ID so funktioniert?“ Das Kamel ließ sich nicht lange bitten:

„Gerne tue ich das. Du hast gerade schon ein ganz wichtiges Arbeitsmittel in der Hand gehabt.“ – „Dieses Gerät, das den Barcode auf dem Paket lesen kann?“, vermutete Finn. – „Richtig! Der Barcode ist das Geheimnis. Jedes Paket hat einen eigenen und ist so eindeutig identifizierbar. Hinter den Strichen des Barcode versteckt sich die ‚Tracking-ID‘, die nichts weiter ist als eine eindeutige Kennzeichnung. Dieser Barcode wird bei jedem Versandschritt gescannt: Wenn das Paket im Verteilzentrum angekommen ist, wenn es auf ein Kamel verladen wird usw. Und natürlich auch, wenn wir es an die Kunden ausliefern. Das hast du ja gerade gesehen.“  Finn war mit der Erklärung sehr zufrieden. „Ja, das ist eine gute Sache“, sagte er. „Vorausgesetzt, dass die Daten vom System auch schnell verarbeitet werden, weiß ich ziemlich genau, wo mein Paket ist und kann mir ungefähr ausrechnen, wann du mit ihm hier sein wirst.“ Das Kamel nickte. „Richtig, so ist es. Außerdem bietet die Tracking-ID noch ein paar weitere Möglichkeiten.“ Das wollte Finn genauer wissen: „Was kann ich denn sonst noch damit machen?“ Das Kamel antwortete: „Wenn du mal nicht da sein kannst, um das Paket anzunehmen, kannst du im Vorfeld auf meiner Website angeben, dass du das Paket an einem späteren Termin geliefert haben möchtest. Oder du lässt es zu einem ganz bestimmten Freund liefern. Das kannst du alles über die Tracking-ID steuern – nicht bei jedem Transportunternehmen, aber doch bei einigen.“ – „Für viele ist das bestimmt eine super Sache“, gab Finn zu. „Aber ich möchte jedes Paket immer so schnell wie möglich haben und mit meinem Freund, dem Biber, ist es auch schwierig – der nimmt die Lieferung zwar an, ist aber meist unterwegs, wenn ich dann komme, um das Paket abzuholen.“ – „Dann lass das Paket doch an eine Packstation liefern“, schlug das Kamel vor. „Das geht auch über die Tracking-ID. Dort kannst du deine Bestellung jederzeit abholen.“ – „Das ist eine super Idee“, strahlte Finn. „Dann bräuchte ich nur noch eine Packstation direkt vor meiner Tür und wäre alle Sorgen los.“

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