Zahlungsgarantie bezahlbar halten

Schon vor längerer Zeit hatte Finn vom Dukatenesel gelernt, dass der Kauf auf Rechnung ein wichtiges Element ist, um die Conversion Rate eines Online-Shops auf ein akzeptabeles Niveau zu bringen. Für viele Shops führt im deutschsprachigen Raum kein Weg an dieser Form der Zahlungsabwicklung vorbei. Der Dukatenesel hatte Finn in diesem Zusammenhang auch von Zahlungsgarantien berichtet, mit denen Händler das Risiko überschaubar halten konnten.

Der Dukatenesel erklärt die Zahlungsgarantie beim Rechnungskauf im Online-ShopJe mehr Finn jedoch über diese Garantien nachdachte und sich umhörte, desto unsicherer wurde er. Deshalb machte er sich noch einmal zum Dukatenesel auf, um Antworten zu finden. „Lieber Esel“, sprach Finn ihn an, „du hattest mir von Zahlungsgarantien für den Rechnungskauf berichtet.“ – „Ja, genau“, antwortete der Esel, „ damit kann ein Händler die Kosten seines Online-Shops trotz des unsicheren Zahlungsverfahrens ‚Rechnungskauf’ kalkulierbar halten.“

Dass Kalkulierbarkeit gut ist, war auch Finns Meinung. Aber er hatte auch die Klagen der Shop-Betreiber gehört, die für jeden Shopbesucher, der auf offene Rechnung bestellen will, einen Fixbetrag für die Bonitätsprüfung an den Zahlungsgarantiegeber abführen mussten. Und das ganze zusätzlich zu einem Prozentsatz vom fakturierten Betrag.

„Wenn Händler sich Zahlungsgarantien nicht leisten können“, fragte er deshalb den Dukatenesel, „dann sind sie doch unsinnig, oder?“ Der Esel zwinkerte Finn zu und sprach ihm leise direkt ins Ohr: „Man kann eine Zahlungsgarantie bezahlbar halten. Man muss nur wissen, wie es geht.“ – „Weiß ich aber nicht“, entgegnete Finn traurig.

„Kein Problem, du hast ja mich,“ munterte der Dukatenesel Finn auf. „Ich erkläre dir mal ein paar wichtige Punkte, auf die du achten musst.“ Schon stellte sich wieder ein Lächeln auf Finn´s Gesicht ein und er spitzte die Ohren, um die Tipps des Dukatenesels ganz genau zu hören.

„Grundsätzlich gibt es beim Rechnungskauf zwei Risiken – das Betrugsrisiko und das Bonitätsrisiko der Besteller“, führte der Dukatenesel Finn in die Geheimnisse der Zahlungsgarantien ein. „Jeder Betrugsverdacht, den der Händler selbst findet, spart ihm Geld – nämlich für die vermeidbare Prüfung beim Zahlungsgarantiegeber. Das kann schnell ein Euro pro Bestellversuch sein.“

„Heißt das, dass ein Händler eine Kontrolle auf Betrugsverdacht, die es beim Zahlungsgarantiegeber auch gibt, nachbauen sollte?“, wollte Finn wissen. – „Genau. Und es ist gar nicht so schwer, ein paar Indizien für Betrug selbst im Shop zu finden und in diesen Fällen nur sichere Zahlungsverfahren wie Kreditkarte anzubieten “, erklärte der Dukatenesel weiter. „Solche Hinweise können eine IP-Adressen im Ausland, ein verdächtiger Warenkorbinhalt mit bei Betrügern beliebten Produkten oder eine falsche Telefonnummer – zu kurz oder zu lang – sein. Wenn der Händler außerdem sicherstellt, dass ein Besteller in einer Sitzung nur einmal geprüft wird, dann hat er schon eine Menge Geld für Prüfungen gespart.“

„Kann ich noch mehr sparen?“ forschte Finn nun nach. – „Klar“, erläuterte der Esel, „beispielsweise kannst du Adressen von der Prüfung ausnehmen, an denen es zu schlechten Zahlungserfahrungen gekommen ist. Das setzt aber voraus, dass der Zahlungsgarantiegeber diese Information nicht für sich behält, sondern an dich weitergibt.“

„Das hört sich prima an!“ rief Finn euphorisch. „Kann ich denn auch bei der Risikoprämie sparen?“ – „Auch das kann man,“ erklärte der Dukatenesel, der sich in seiner Lehrerrolle sichtlich wohl fühlte. „Hier sprechen wir über das Bonitätsrisiko der Besteller – also die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde nicht zahlen kann. Da kannst du am meisten sparen, wenn du deine Stammkunden nicht bei jedem Einkauf prüfst, sondern bei ihnen das Risiko selbst trägst. Bei diesen Stammkunden kennst du das Zahlungsverhalten und selbst wenn sie einmal nicht zahlen können, kannst du die Forderung im Inkasso sehr gut eintreiben. Prüfe diese Kunden einmal und beantrage bei deiner Bonitätsdatenbank Nachmeldungen, wenn der Kunde umzieht oder sich die Bonität negativ verändert.“

„Dann spare ich für meine 30% Stammkunden auch noch die Risikoprämie!“ fasste Finn zusammen. – „Das ist aber noch nicht alles“, steigerte sich der Dukatenesel noch weiter in sein Lieblingsthema hinein. „Zahlungsgarantiegeber versichern meist den Umsatz. Das ist zuviel.“ Finn schaute ratlos und stotterte unsicher: „Aber der Umsatz fällt doch aus, oder?“ – „Das schon, aber dein Schaden ist nur so hoch wie der Einkaufswert deiner Waren.“ – „Klar!“, verstand Finn, „Dann muss ein Textilhändler weniger als die Hälfte des Umsatzes absichern.“ – „Genau “, bestätigte der Dukatenesel. „Wenn du all diese Tipps befolgst, hast du eine gute Chance, die Kosten der Zahlungsgarantie im Griff zu behalten, ohne ein ein signifikantes Risiko einzugehen.“

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