Rechnungskauf – aber sicher!

Der Dukatenesel erklärt die Zahlungsgarantie beim Rechnungskauf im Online-ShopFinn kaufte nicht nur selbst gerne online, er sah auch gerne zu, wenn andere das taten. Dabei fiel ihm auf, dass recht viele Shop-Besucher zwar Waren in den virtuellen Einkaufskorb legten, am Ende aber nichts kauften. Ein großer Teil dieser Shop-Besucher – merkte Finn – verließ den Shop in dem Moment, in dem die verschiedenen Zahlungsverfahren angeboten wurden. Folglich vermutete der eCommerce-Fuchs einen Zusammenhang zwischen den angebotenen Zahlungsverfahren und den Abbrüchen im Bestellprozess.
Um Gewissheit zu erlangen, ging Finn zum Dukatenesel, der sich vorzüglich mit Zahlungsverfahren auskannte, und berichtete von seinen Beobachtungen. “Du hast Recht, lieber Finn”, sagte der Esel. “Untersuchungen haben gezeigt, dass viele Shop-Besucher den Kaufprozess abbrechen, wenn ihre liebste Zahlungsweise nicht angeboten wird.” – “Oh, dann muss mein Freund Fabian, der mit einem Online-Shop für Fuchsien starten möchte, wohl am besten ganz viele Zahlungsverfahren anbieten!”, folgerte Finn. – “Zumindest sollte er die Verfahren anbieten, die bei seiner Zielgruppe akzeptiert sind,” erwiderte der Dukatenesel. “Und als erstes sollte er das Zahlungsverfahren einbinden, das die meisten Kunden in Deutschland wünschen.” – “Das hört sich sinnvoll an!”, nickte Finn. “Aber welches Verfahren ist das denn?”
“Der Kauf auf Rechnung”, stellte der Esel klar. “Bei diesem Verfahren muss der Kunde dem Shop keinen Vertrauensvorschuss geben: Er bezahlt die Ware erst dann, wenn er sie auch hat. Außerdem gibt er keine Konto- oder Zahlungsdaten von sich preis.” Finn runzelte die Stirn. “Aber für den Shop-Betreiber birgt diese Zahlungsart doch das größte Risiko, oder?”, fragte er besorgt und dachte dabei an Fabian…
“Da hast du allerdings Recht!”, bestätigte der Dukatenesel. “Bei der Einführung des Rechnungskaufs muss man als Shop-Betreiber sehr aufmerksam sein, um nicht an Leute zu liefern, die nicht bezahlen. Gleichzeitig darf man nicht zu viele Besteller von diesem beliebten Zahlungsmittel ausschließen. Die kaufen dann anderswo.”
Traurig blickte Finn zu Boden. “Das wird schwer für Fabi… Entweder hat er kaum Käufer oder viele Menschen kaufen und bezahlen nicht.”, stöhnte er. “Da kann er als junger eCommerce-Fuchs nur verlieren.” – “Nein, nein, das kann er durchaus schaffen”, munterte der Dukatenesel Finn auf. “Er muss nur auf die richtigen Partner setzen. Da gibt es erfahrene Tiere, die für ihn das Risiko übernehmen.” – “Echt?”, zeigte sich Finn gleich interessiert. – “Ja, er muss ihnen nur ein paar Prozent von seinem Umsatz abgeben. Dafür sagen sie ihm, wem er beruhigt den Rechnungskauf anbieten kann und wem nicht”, erläuterte der Dukatenesel. “Und wenn ein positiv bewerteter Kunde später nicht zahlt, dann zahlen diese Tiere. Sie nennen ihr Produkt ‚Zahlungsgarantie‘.”
Das machte Finn Hoffnung. „Was muss Fabian in seinem Shop denn anpassen, um eine solche Zahlungsgarantie nutzen zu können?“, erkundigte er sich. „Wenn dein Freund eine weit verbreitete Shopsoftware einsetzt, gibt es dafür für die meisten Zahlungsgarantien ein Modul“, erklärte der Esel bereitwillig. „Dieses Modul hat Schnittstellen zum Anbieter der Zahlungsgarantie implementiert. Immer dann, wenn ein Kunde auf Rechnung bestellen möchte, startet das Modul eine Bonitätsprüfung beim Zahlungsgarantieanbieter. Ist diese positiv, läuft der Bestellprozess weiter und mit der Anzeige der Bestellbestätigungsseite wird der Zahlungsgarantieanbieter darüber informiert, für wieviel Geld der Kunde bestellt hat.“
„Bei Datenübermittlung an Dritte denke ich immer an Datenschutz“, warf Finn ein. „Das ist auch richtig so“, lobte ihn der Dukatenesel. „Es ist ganz wichtig, dass in den allgemeinen Geschäftsbedingungen und der Datenschutzerklärung erläutert wird, dass ein Dienstleister die Daten zur Prüfung erhält. Und ganz wichtig ist es auch, dass man sich die Zustimmung zu dieser Regelung vom Shopbesucher einholt, bevor man die Daten übermittelt.“ Das leuchtete Finn ein.
„Nun gibt es mindestens noch ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal für Zahlungsgarantien“, fuhr der Esel fort. „Das ist die Regelung, an wen gezahlt werden muss:

  • Es gibt Lösungen, bei denen dein Freund Fabian als Betreiber des Shops die Zahlung des Kunden auf seinem Konto erwartet. Er muss dann die Zahlungseingänge selbst buchen und manchmal auch eine Mahnung schreiben. Wenn ein Kunden dann nach einem Monat trotz Mahnung nicht gezahlt hat, verkauft der Shop die Forderung gegen seinen Kunden an den Zahlungsgarantieanbieter. Das heißt, Fabian bekommt sein Geld und der Zahlungsgarantieanbieter treibt das Geld vom Kunden ein.
  • Bei der anderen Art von Zahlungsgarantien geht die Forderung mit ihrem Entstehen schon an den Zahlungsgarantieanbieter über. Deshalb muss der Kunde auf das Konto des Zahlungsgarantieanbieters und nicht auf das von Fabian überweisen. Fabian muss dann auch keine Mahnungen mehr schreiben. Er bekommt das Geld von dem Zahlungsgarantiegeber – egal, ob der Kunde zahlt oder nicht.“

Finn hatte verstanden und kündigte dem Dukatenesel an, Fabian bei nächster Gelegenheit zu ihm zu schicken. „Dann könnt ihr alles genau besprechen und klären, welche Form der Zahlungsgarantie für seinen Fuchsienshop die beste ist.“

Veröffentlicht in Begriffe (Technik und Prozesse), Zahlungen, Betrug und Risiken Getagged mit: , , , , ,